Anerkennung informell erworbener Kompetenzen

Allianz Fachkräfte Baden-Württemberg

Aus dem Projekt

Wir wollen allen Interessierten einen Einblick in den Verlauf des Projekts geben.

Hier finden Sie Berichte über vergangene Veranstaltungen, interessante Kontakte zu anderen Projekten und was uns weiterhin berichtenswert erscheint.

Eröffnungsveranstaltung

Gastvortrag von Hermann Nehls vom DGB-Bundesvorstand.
Herr Prof. Dr. Peter Dehnbostel (Deutsche Universität für Weiterbildung, Berlin) und Herr Pusch (Mitglied der Geschätftsführung, AgenturQ).

Die Eröffnungsveranstaltung zum Projekt AiKo fand am Freitag, den 12. Oktober 2012 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt.

Nach einem Grußwort von Ministerialrat Dietmar Stengele (Ministerium für Wirtschaft und Finanzen des Landes BW) als Vertreter des Förderers, brachten Susanne Müller (BDA) und Hermann Nehls (DGB-Bundesvorstand) den Stand der Erarbeitung des Deutschen Qualifikationsrahmens aus Sicht der Sozialpartner näher. Sie nahmen dabei besonders die Validierung non-formaler und informell erworbener Kompetenzen in den Blick, die bisher für den DQR noch nicht umgesetzt sind. Beide wiesen auf Chancen und Risiken bei der Umsetzung hin und plädierten für einen Entwicklungsweg im Dialog mit den Sozialpartnern.

Anschließend wurden von Prof. Dr. Peter Dehnbostel (Deutsche Universität für Weiterbildung) Gründe für die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen vorgetragen. Er bezog in seinem Vortrag sowohl Begründungen aus der Lerntheorie und der Arbeits- und Organisationsentwicklung ein, als auch die Gründe, die sich aus bildungspolitischen Überlegungen ergeben. Dabei spielt vor allem die inzwischen etablierte Forderung nach lebenslangem Lernen eine Rolle, die auch in der deutschen Debatte über den Fachkräftemangel einbezogen wird.

Als Beispiel aus der Praxis von Validierungsverfahren, die einige Nachbarländer Deutschlands bereits eingeführt haben, gab Frau Cristina Fiscante  (Chefexpertin Validierungsverfahren, Zürich) noch einen Einblick in das Schweizer Verfahren zur Validierung informell erworbener Kompetenzen, das jetzt seit mehreren Jahren in der Umsetzungsphase ist.

Nach einer kurzen Gruppenarbeitsphase, in der den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben werden sollte, sich auch untereinander über das Gehörte austauschen zu können, wurde schließlich das Projekt AiKo von Prof. Dr. Martin Fischer und Prof. Dr. Peter Röben als Vertreter der wissenschaftlichen Projektpartner vorgestellt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, dass sich große Erwartungen an das Projekt richten, dass aber auch eine große Erleichterung darüber besteht, dass das Thema der Anerkennung informell erworbener Kompetenzen endlich auch in Deutschland angegangen wird und dass die verschiedensten Interessengruppen zu einem Dialog eingeladen wurden.

 

Expertenworkshop I - Austausch

Die Teilnehmenden beim Expertengespräch.
Das strukturierte Ergebnis der Bedarfserhebung für die verschiedenen Zielgruppen.

Am 6. Dezember 2012 wurden Experten/innen zu einem Austausch ins Literaturhaus Stuttgart eingeladen.

Zu Beginn des Projekts sollte im Rahmen dieses Workshops der Bedarf für die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen genauer erfasst und strukturiert werden, besonders im Hinblick auf verschiedene Zielgruppen. Dazu wurde eine Gruppendiskussion geführt und die Aussagen mit Moderationskarten festgehalten.

Im Anschluss wurden mit den Experten/innen die Möglichkeiten und Grenzen der Erfassung und Anerkennung diskutiert, wobei die Teilnehmenden aufgefordert waren Beispiele der Kompetenzanerkennung aus ihrer eigenen Praxis einzubringen.

Die eingeladenen Experten/innen kamen aus den Bereichen:

  • Personalentwicklung von Unternehmen
  • Gewerkschaften
  • Arbeitgeberverbänden
  • Arbeitsagenturen
  • Wissenschaft und Erwachsenenbildung

Die Ergebnisse des Workshops flossen teilweise in die Gestaltung der Leitfäden für die Interviewstudie ein und werden auch in der Entwicklung des Kompetenzanerkennungsinstruments Berücksichtigung finden.

 

 

Expertenworkshop II - Fallbewertungen

Ergebnis der Fallanalyse einer Gruppenarbeit.

Am 11. April 2013 fand von 10 bis 16 Uhr der zweite Expertenworkshop in Stuttgart statt.

Die Teilnehmenden waren Experten/innen, die mit der Einstellung bzw. Weiterentwicklung von Personal betraut sind, sowie Personen, die im Bereich der Bildungsberatung oder Qualifizierung tätig sind.

Ziel des zweiten Experten-Workshops war es, in einem ersten Teil ein gemeinsames Verständnis davon zu entwickeln, auf welche Fähigkeiten es Unternehmen bei ihren Mitarbeitern/innen ankommt. Daran anschließend wurde diskutiert, wie das im Rahmen des Projekts zu entwickelnde Instrument diese Fähigkeiten in idealer Weise erfassen und abbilden kann.

In Kleingruppen bearbeiteten die Teilnehmenden zunächst zwei Falldarstellungen, die aus der laufenden Interviewstudie generiert worden waren. Die Falldarstellungen enthielten Angaben zum beruflichen Werdegang der Person, zum Unternehmen, in dem die Person tätig war sowie Selbstaussagen in Form von Zitaten aus den Interviews. Die Gruppen sollten die vorgelegten Fälle analysieren und anhand von Leitfragen diskutieren.  Jeweils zwei Gruppen bearbeiteten denselben Fall.

Die Ergebnisdarstellungen ergaben weitestgehend übereinstimmende Darstellungen der jeweils untersuchten Fälle in den verschiedenen Gruppen. Die Experten/innen konnten sich aufgrund der Falldarstellungen ein umfangreiches Bild der Personen machen, auch wenn noch Wünsche nach weiteren Informationen offen blieben.  Diese wurden als Anregungen für die Instrument-Entwicklung aufgegriffen.

In der anschließenden Diskussion über die Darstellungsmöglichkeiten, der in den Fällen identifizierten Kompetenzen, wurden Ideen entwickelt und Kriterien benannt, die auch bei der Erstellung des Instruments Berücksichtigung finden werden.

 

 

Expertenaustausch mit dem Institut Pscherer

Am 23. Mai 2013 fand ein Treffen von Projektmitgliedern mit dem Geschäftsführer und zwei Mitarbeitenden des Instituts Pscherer in Lengenfeld statt. Das Institut führt u.a. Kompetenzbilanzierungen auf Basis der französischen „Bilan des Compétences“ durch und ist die einzige dafür zertifizierte Institution in Deutschland. Die Kompetenzbilanzierungen werden vom Institut Pscherer in Sachsen vor allem im Rahmen von Projekten zur Förderung von Langzeitarbeitslosen eingesetzt. Es gibt aber auch ein Angebot an Unternehmen, die Kompetenzbilanzierungen zur Personalentwicklung zu nutzen. Im Rahmen des Treffens teilten die Experten/innen des Instituts ihre Erfahrungen mit dem AiKo-Projektteam. Es fand ein sehr interessanter und anregender Austausch statt, der für das Projekt als gewinnbringend bezeichnet werden kann. Es zeigte sich, dass  Kompetenzbilanzierungen nach dem Vorbild der „Bilan des Compétences“ ein wertvoller Ideengeber für das Projekt sein können.

Informationen zum Institut Pscherer finden Sie unter diesem Link

 

 

Informationsseminar "DQR und AiKo"

Am 20.06.2013 fand im Mercure Hotel Messe Airport Stuttgart das erste von fünf Informationsseminaren im Projekt AiKo statt.
Im Fokus des Informationsseminares stand der DQR (Deutsche Qualifikationsrahmen), der mit den Zielen einer verstärkten Transparenz, Durchlässigkeit und Chancengleichheit im Bildungs- und Berufsbildungssystem verbunden ist.
Nach der Begrüßung durch Herrn Hans-Joachim Hoos, Mitglied der Geschäftsführung der AgenturQ, referierte Herr Prof. Dr. Peter Dehnbostel (Deutsche Universität für Weiterbildung) über das Thema „DQR: Stärkung von Durchlässigkeit und Beruflichkeit über die Einbeziehung informell erworbener Kompetenzen?“. Die Diskussion im Anschluss zeigte, dass dies ein sehr aktuelles Thema in den Betrieben, Institutionen, aber auch in den vertretenden Behörden ist.
Prof. Dr. Martin Fischer (Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe) stellte in seinem Vortrag eine mögliche Umsetzung des EQR in Deutschland dar. Das Thema seines Vortrages lautete „Erfassung und Dokumentation informell erworbener Kompetenzen“.
Anschließend berichteten Frau Eva Neumann (Pädagogische Hochschule Heidelberg) und Frau Kerstin Huber (KIT Karlsruhe) über den aktuellen Stand im Projekt AiKo.
Die abschließende Diskussion, die von Herrn Erhard Pusch, Mitglied der Geschäftsführung der AgenturQ, moderiert wurde, zeigte Wünsche der Betriebe an das Projekt(-team) sowie die Machbarkeit und Grenzen dieser Wünsche.
Für alle Beteiligten war es eine rundum gelungene Veranstaltung.

Informationsseminar "Gewinnung von Fachkräften und AiKo"

Am 23.09.2013 fand im Mercure Hotel Messe Airport Stuttgart ein weiteres Informationsseminar im Projekt AiKo zum Thema "Die Gewinnung von Fachkräften und die Bedeutung der Anerkennung informell erworbener Kompetenzen" statt.

Knapp 30 Vertreter/innen aus Politik, Wissenschaft und Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie fanden den Weg nach Stuttgart. Im Vordergrund der Veranstaltung standen die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg sowie Strategien zur Gewinnung von Fachkräften in Zeiten des Rückgangs der Erwerbstätigenzahlen. Unter diesen Bedingungen gewinnen informell erworbene Kompetenzen zunehmend an Gewicht.

Nach der Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch Hans-Joachim Hoos, Mitglied der Geschäftsführung der AgenturQ, stellte Dirk Abel vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg Ziele dar, die die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg in Bezug auf die verschiedenen Zielgruppen verfolgt. Darüber hinaus zeigte er auf, welche Maßnahmen in Baden-Württemberg unterstützt und umgesetzt werden.

Im Anschluss daran ging Stefan Küpper, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, in seinem Vortrag auf die Gewinnung von Fachkräften in der Metall- und Elektroindustrie ein. Nach der Vorstellung der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt präsentierte Stefan Küpper Handlungsempfehlungen für Politik, Sozialpartner und Unternehmen.

Anschließend stellte Kerstin Huber vom Karlsruher Institut für Technologie den aktuellen Stand sowie die weitere Entwicklung des Projektes AiKo vor. Die im Rahmen des Projektes durchgeführten Interviews werden zurzeit ausgewertet und in einem Kompetenzerfassungs- bzw. Kompetenzbewertungsbogen erfasst.

In der Abschlussrunde der äußerst informativen und interessanten Veranstaltung diskutierten Teilnehmende über die zukünftige Entwicklung des Fachkräftebedarfes und wie die vorhandenen Potenziale der Erwerbstätigen genutzt werden können.

Informationsseminar "Betriebliche Qualifizierung und AiKo"

Am 21.11.2013 fand im Schlosshotel Karlsruhe ein weiteres Informationsseminar im Projekt AiKo zum Thema "Betriebliche Qualifizierung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen" statt.

Vertreter/innen der Agentur für Arbeit, des Projektförderers, der Wissenschaft und aus Betrieben der Metall- und Elektroindustrie kamen nach Karlsruhe, um sich über Beispiele betrieblicher Qualifizierung und damit zusammenhängender Kompetenzerfassung zu informieren und auszutauschen.

Im Anschluss an die Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch Hans-Joachim Hoos, Mitglied der Geschäftsführung der AgenturQ und der Vorstellung des neuen Projektmitarbeiters der AgenturQ, Markus Knapp, stellten Kerstin Huber (Karlsruher Institut für Technologie) und Eva Mann (Pädagogische Hochschule Heidelberg) den bisherigen Verlauf des Projektes sowie die aktuell anstehenden Aufgaben im Zusammenhang mit der Entwicklung des Softwaretools innerhalb des Projektes AiKo vor. Danach wurden zur Anregung der Diskussion einige Beispielaussagen aus der Interviewstudie vorgestellt, die die betriebliche Qualifizierungs- und Kompetenzerfassungspraxis repräsentieren.

Anschließend referierte Herr Mirko Becker, Betriebsrat und Aufsichtsratsmitglied bei der Dürr AG in Bietigheim-Bissingen über die betriebliche Qualifizierung im Hause Dürr. Dabei präsentierte er zwei Instrumente, die sich mit dem Thema Kompetenzerfassung bei Dürr beschäftigen und stellte u.a. die Erfahrungen mit dem Pilot des ersten Instrumentes vor und die daraus gewonnenen Erfahrungen für die Einführung des zweiten Instrumentes. Danach berichtete Herr Jens Currle, Personalreferent bei der Heidelberger Druckmaschinen AG am Standort Amstetten über die betriebliche Qualifizierung am dortigen Standort. Er ging zum einen auf die Qualifizierung von an-/ungelernten Beschäftigten und die besonderen Herausforderungen mit diesem Klientel und zum anderen auf die Erfassung von Kompetenzen von Auszubildenden ein, die so im Normalfall nicht im Rahmen eines Ausbildungs- oder Arbeitszeugnisses erfasst werden können.

Bereits während der Vorträge entwickelte sich eine lebhafte und anregende Diskussion, die ausgehend von den Beispielen betrieblicher Qualifizierung und Kompetenzerfassung auch immer wieder grundsätzliche Themen aufgriff, wie beispielsweise das Verständnis des Begriffes der Anerkennung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es zu betonen, dass - aus Sicht des Projektteams und des Projektförderers - im Zentrum die Sichtbarmachung informeller Kompetenzen steht und eine mögliche formale Anerkennung informeller Kompetenzen nur auf einer perspektivischen Ebene zu verorten ist.

Im Rahmen der Verabschiedung der Teilnehmer/innen durch Hans-Joachim Hoos wurde deutlich, dass es sich für alle Beteiligten um eine interessante und gewinnbringende Veranstaltung handelte, zum einen bedingt durch die Vorträge der beiden betrieblichen Vertreter, zum anderen aber auch durch die rege Beteiligung der Teilnehmer/innen, die ihre verschiedenen Sichtweisen und auch eigene betriebliche Erfahrungen zum Thema Kompetenzerfassung eingebracht haben.

Vorträge des Infoseminars "Betriebliche Qualifizierung und AiKo"

Expertenworkshop III - Konzept des Erhebungsbogens

Ergebnisse einer Gruppenarbeit zur Diskussion der Erfassung von branchenfremden bzw. Freizeit-Tätigkeiten.

Am 23. Januar 2014 fand von 10.00 - 16.30 Uhr der dritte Expertenworkshop im Projekt AiKo in Stuttgart statt.

Gemeinsam mit Experten aus Betrieben, der Gewerkschaft und von Bildungsanbietern ging es darum, die gewählten Ansätze der Kompetenzerfassung im Projekt AiKo zu beleuchten und Wege der konkreten Umsetzung zu diskutieren.

Im Anschluss an die Vorstellung von Konzept und Entwurf des Erhebungsbogens wurden im Rahmen von Gruppenarbeiten ausgewählte Aufgabenbeispiele aus der Instandhaltung dahingehend diskutiert, inwiefern sie sachlich angemessen und verständlich für die Nutzer sind. Die anschließende Zusammenführung der Ergebnisse zeigte zunächst zwei unterschiedliche, aber sich ergänzende Herangehensweisen, so dass abschließend Konsens darüber bestand, welche Inhalte und welche Form der Darbietung die Experten zur Weiterverwendung empfehlen.

In weiteren Gruppenarbeiten wurden Aufgaben/Tätigkeiten aus der Freizeit bzw. aus branchenfremden Beschäftigungsverhältnissen von Nutzern und deren Einsatz-/Verwendungsmöglichkeiten erörtert. Die abschließende Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse zeigte, dass Kompetenzen, unabhängig davon, ob sie beispielsweise im Rahmen eines Hobbies oder einer Funktion in einem Verein erworben wurden, bedeutsam sind und aufgrund ihrer Vielfältigkeit am besten sowohl mit Auswahlleisten als auch mit Freifeldern erfasst werden können.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse des dritten Expertenworkshops fließen unmittelbar in die Entwicklung und Gestaltung des AiKo-Tools ein.

Expertenworkshop IV - Vorstellung und Optimierung des Software-Tools

Am 3. Juli 2014 fand im Mercure Hotel Stuttgart Airport Messe der vierte Expertenworkshop im Projekt AiKo statt. Nach der Begrüßung und Eröffnung des Workshops wurden das Tool AiKomPass sowie Ergebnisse der Pretests in den Betrieben vorgestellt. Im Rahmen der Pretests wurden insgesamt 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vier Unternehmen befragt. Die Teilnehmenden des Workshops konnten mitverfolgen, wie mithilfe von AiKomPass ein Profil der individuellen fachlichen und persönlichen Fähigkeiten von Mitarbeitern aus den drei Bereichen Arbeitsvorbereitung, Produktion und Instandhaltung erstellt wird. Des Weiteren bekamen sie einen umfassenden Überblick über die Reaktion der Testpersonen und späteren Nutzer bei der Bearbeitung des Tools.

Im Anschluss daran bearbeiteten die Experten/innen in Kleingruppen zwei Falldarstellungen. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit der Entwicklung von Kompetenzkategorien anhand eines Pretest-Aufgabenprofils, der anderen Gruppe wurde ein vom AiKo-Team erarbeitetes Kompetenzprofil, das aus einem Pretest-Aufgabenprofil erstellt worden war, zur Diskussion vorgelegt. Das Ergebnis aus beiden Gruppen zeigte eine erstaunlich hohe Übereinstimmung hinsichtlich der Darstellung der fachlichen Kompetenzen.

Am Nachmittag ging eine Gruppe der Experten der Frage nach, ob sich die Kompetenzen, die bei den Aktivitäten außerhalb der Arbeit erworben wurden, nach den Kriterien des DQR einstufen lassen. Die andere Gruppe befasste sich mit der Bewertung der Bedeutung von nichtfachlichen Kompetenzen für die Arbeitstätigkeit. Gruppe 1 kam zu dem Schluss, dass sich die meisten der in AiKomPass erfassten Tätigkeiten aus der Freizeit nach den Kriterien des DQR identifizieren und einstufen lassen. Gruppe 2 erarbeitete noch einige ergänzende Kategorien und sortierte/strukturierte die von AiKomPass erfassten Tätigkeiten nach ihrer Bedeutung für die Erfüllung fachlicher Aufgaben.

Im Fokus der anschließenden Diskussion standen Nutzungsmöglichkeiten von AiKomPass sowie Herausforderungen bei der Entwicklung des Beratungskonzeptes und der Verbreitung des Tools. Es wurde vorgeschlagen AiKomPass noch mit weiteren Zielgruppen zu testen, beispielsweise mit Arbeitssuchenden oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kleinerer Unternehmen, die bisher nicht am Projekt teilgenommen haben. Auch wurden weitere Einsatzmöglichkeiten sowohl innerhalb von Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie als auch in anderen Organisationen diskutiert. Die Experten sprachen sich gegen ein Beratungskonzept aus, da in Unternehmen Hilfestellung und Unterstützung eher in weniger formellem Rahmen geleistet werden kann. Es wurde gewünscht, dass über das Tool selbst schon viel Unterstützung und Beratung geleistet wird (z.B. durch einen FAQ-Bereich bzw. Musterseiten oder Ausfüllbeispiele).

Während der Pausen gab es einen regen Austausch über die erzielten Ergebnisse und bevorstehende Schritte im Projekt.

In einer Abschlussrunde diskutierten die Teilnehmenden die Transferphase sowie die Weiterentwicklung von AiKomPass. Dabei wurden viele Vorschläge gemacht, welche Erkenntnisse aus den Pretests bei der Gestaltung des Tools berücksichtigt werden sollten, um eine noch bessere Handhabung von AiKomPass zu gewährleisten.

Abschlusstagung

Berichte aus der Praxis
Erfahrungen und Nutzungsmöglichkeiten von AiKomPass
Abschlussdiskussion
Abschlussdiskussion "Validierung informell erworbener Kompetenzen"

Am 15.04.2015 veranstaltete die AgenturQ gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die Abschlusstagung im Projekt "AiKo - Anerkennung informell erworbener Kompetenzen". Knapp 60 Teilnehmer/-innen folgten der Einladung in die FILharmonie in Filderstadt.

 

Ziel der Veranstaltung war es, die Ergebnisse des Projekts AiKo darzustellen, anhand von Beispielen zu erörtern, wie das Tool AiKomPass in der Praxis genutzt werden kann, sowie gemeinsam mit Personalverantwortlichen und Betriebsräten aus den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, Vertretern von IG Metall und Südwestmetall, Arbeitsagenturen und Kammern, Hochschulen sowie der interessierten Öffentlichkeit über die Anwendung des Tools AiKomPass und seine künftige Einsatzmöglichkeiten zu diskutieren. Durch den Tag führte Dr. Klaus Heimann, freier Journalist und Moderator aus Berlin.

 

Nach der Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch Erhard Pusch, Mitglied der Geschäftsführung der AgenturQ, folgten die Grußworte von Ministerialdirektor Guido Rebstock, Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg und Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg (Südwestmetall). Alle Redner waren sich einig darin, mit dem Projekt einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten und einen Meilenstand auf dem Weg zur Anerkennung informell erworbener Kompetenzen zu setzen.

 

Im Anschluss wurden die Ergebnisse des Projekts AiKo vorgestellt. Zuerst ging Prof. Dr. Martin Fischer (IBP, Karlsruher Institut für Technologie) auf den Hintergrund und die Herausforderungen des Projekts ein. Kerstin Huber (IBP, Karlsruher Institut für Technologie) erläuterte das Vorgehen sowie die methodische Verfahrensweise im Projekt, anschließend stellte sie allgemeine Projektergebnisse vor. Danach berichtete Dr. Wiebke Petersen (biat, Universität Flensburg) über unterschiedliche Verfahren in ausgewählten Ländern Europas im Hinblick auf die Anerkennung von informellem Lernen. Nachdem Svetlana Novikova (AgenturQ) den Aufbau und die Struktur des Tools AiKomPass erklärte, führte Cüneyt Sandal (IBP, Karlsruher Institut für Technologie) das Publikum durch das Tool AiKomPass im Online-Modus.

 

Nach der Mittagspause wurden in einer Interviewrunde mit betrieblichen Vertretern und einer Vertreterin der Agentur für Arbeit die Erfahrungen und Nutzungsmöglichkeiten von AiKomPass erläutert. Spannender Höhepunkt der Interviewrunde war der Bericht der Vertreterin der Agentur für Arbeit über einen Arbeitssuchenden, der dank des im AiKomPass erstellten Profils seiner fachlichen und persönlichen Kompetenzen eine Arbeitsstelle gefunden hat.

 

Bereits während der Pausen gab es einen regen Austausch über die einzelnen Ergebnisse des Projekts. Zudem hatten die Teilnehmer/-innen der Veranstaltung die Möglichkeit, das Tool AiKomPass selbst auszuprobieren.

 

In einer Abschlussrunde diskutierten Vertreter der Arbeitsagenturen, Kammern, Betriebe, Wissenschaft und der Sozialpartner über die Anwendung des Tools AiKomPass und in dem Zusammenhang über die Validierung informell erworbener Kompetenzen. Es wurde deutlich, dass zum einen informell erworbene Kompetenzen der Beschäftigten viel Potenzial den Betrieben bieten und mit dem Tool AiKomPass eine gute Basis für die Erfassung und Dokumentation dieser Kompetenzen geschaffen ist, zum anderen aber auf dem Weg zur Anerkennung informell erworbener Kompetenzen noch weitere Schritte auf der politischen Ebene benötigt werden.

 

Abschließend fasste Hans-Joachim Hoos, Mitglied der Geschäftsführung der AgenturQ, die Ergebnisse der Tagung zusammen und bedankte sich in seinen Abschlussworten bei allen Beteiligten, die zum Erfolg des Projektes beigetragen haben.

Vorträge der Abschlusstagung